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Kinder- & Jugendanwaltschaft

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Elterntipps

Gaming in Corona Zeiten

Jugendlicher vor Fernseher (Quelle:Nadja Meister/KiJA ) .

Die aktuelle Situation mit Home-Office, Fernunterricht und Ausgangsbeschränkungen ist für Kinder und Eltern eine große Herausforderung. Viele gewohnte Freizeitbeschäftigungen wie Sport oder Spielen mit Freunden sind gerade nicht möglich, dafür muss man es mit der ganzen Familie 24/7 in einer möglicherweise nicht besonders großen Wohnung aushalten. Kein Wunder, wenn Kinder und Jugendliche jetzt noch mehr Zeit an PC und Handy verbringen und sich die Zeit mit Computerspielen vertreiben. Bei vielen Eltern kann das ambivalente Gefühle auslösen – einerseits können sie dann endlich den schon lange fälligen Bericht fertigstellen oder ungestört mit dem Kunden telefonieren (oder sich auch einmal ganz in Ruhe eine Tasse Kaffee gönnen), andererseits haben sie Bedenken, weil ihre Kinder durch das Homeschooling ohnehin schon viel Zeit vor dem Bildschirm verbringen. Wenn ein paar grundlegende Dinge beachtet werden, kann man hier aber Entwarnung geben: Computerspiele sind besser als ihr Ruf; bestimmte Fähigkeiten (wie logisches Denken oder räumliche Vorstellung) können sogar gefördert werden. Wichtig ist, dass Sie als Eltern darauf achten, dass Ihre Kinder nur Spiele spielen, die für ihr Alter geeignet sind. Gute Tipps dazu finden Sie auf www.saferinternet.at.

 

Es sollte natürlich auch jetzt Regeln geben, wann und wie lange gespielt werden darf, wobei man aber auch mal ein Auge zudrücken kann: wir leben in einer Ausnahmesituation, und da ist es auch o.k., wenn sich die Kids gelegentlich ein wenig länger als sonst in der digitalen Welt bewegen. Legen Sie die Spielphasen immer mit ihren Kindern gemeinsam fest. In vielen Spielen werden komplizierte Geschichten durchgespielt, und es kann sehr frustrierend sein, wenn man an der spannendsten Stelle aufhören muss, weil die von den Eltern vorgegebene Zeit zu Ende ist. Manche Spiele werden auch online gemeinsam mit Freunden gespielt – auch hier ist es für ein Kind schwer, vorzeitig auszusteigen.

Ein Tipp: Spielen Sie doch mal mit, dann können Sie am besten abschätzen, wie eine sinnvolle Zeitbegrenzung aussehen kann. Ganz klar muss jedoch sein, dass die Erledigung der Aufgaben für die Schule nicht unter dem Spielvergnügen leiden darf, und dass es auch ausreichend „bildschirmfreie“ Zeit geben muss. Diese Zeit sollten Sie für gemeinsame „analoge“ Aktivitäten nützen: werden Sie zusammen kreativ, spielen Sie ein „altmodisches“ Brettspiel oder gehen Sie an die frische Luft (natürlich unter Beachtung der aktuellen Einschränkungen und Vorsichtsmaßnahmen). Wenn Ihr Kind es überhaupt nicht mehr schafft, aus der virtuellen Welt auszusteigen und sich für nichts anderes mehr interessiert, sollten Sie sich allerdings professionelle Hilfe holen. Infos und Ansprechpersonen finden Sie z.B. unter www.spielsuchtambulanz.at.

Tipp für Eltern und Pädagog*innen: „Wie erkläre ich meinem Kind das Corona-Virus?“

Illustration: fröhliche Mädchen und Buben (Quelle: Graham Wiseman/KiJA )

Abgesagte Veranstaltungen, die mögliche Schließung von Schulen und der omnipräsente Aufruf zum Händewaschen: Gerade die in den letzten Tagen erlassenen Maßnahmen betreffen viele Kinder und Jugendliche und können diese auch sehr beunruhigen. Es ist daher wichtig, Kinder mit ihren Befürchtungen nicht alleine zu lassen, sondern ihre Ängste ernst zu nehmen, altersgemäß mit ihnen über das Thema zu sprechen und ihre Fragen zu beantworten. Denken Sie immer daran, dass Sie das wichtigste Vorbild für Ihre Kinder sind und diese Ihr Verhalten genau beobachten und nachmachen: Wenn Sie besonnen mit dem Thema umgehen und ruhig bleiben, vermitteln Sie Ihrem Kind viel Sicherheit. Nach derzeitigem Wissensstand ist das Virus für Kinder nicht sehr gefährlich. Damit Ihr Kind sich etwas darunter vorstellen kann, können Sie ihm erklären, dass es so ähnlich wie eine Grippe oder schwere Erkältung verläuft – und dass man auch wieder ganz gesund wird. Da für ältere oder bereits vorerkrankte Personen aber ein höheres Risiko besteht, sind die derzeitigen Vorsichtsmaßnahmen notwendig, um die weitere Ausbreitung der Viren zu verhindern.
Ältere Kinder oder Jugendliche informieren sich schon gerne selbst – vorwiegend im Internet. Leider kursieren in den Sozialen Medien viele Angst erzeugende Falschmeldungen über das Corona-Virus; sprechen Sie daher mit Ihren Kindern auch darüber, woher sie ihre  Informationen beziehen und weisen Sie sie auf verlässlichere Quellen hin.
Sinnvoll ist es auf jeden Fall, wenn Kinder lernen, die entsprechenden Hygienemaßnahmen (Hände waschen, Gesicht nicht berühren, in die Armbeuge niesen und Abstand zu möglicherweise erkrankten Personen) einzuhalten – die helfen nämlich auch als Vorbeugung gegen die „normale“ Grippe.

Alle Jahre wieder...

im Bild: Christbaumkugel am Weihnachtsbaum hängend (Quelle:Denise Stinglmayr/Land ) .

Zimtsterne, Lebkuchenduft und Tannengrün – das Idealbild von Harmonie ist in der Vorweihnachtszeit allgegenwärtig. Oft entstehen dadurch überzogene Erwartungen auf eine friedliche Bescherung im Kreis der Familie. Gerade diese Erwartungen können aber Spannungen auslösen und die Realität sieht dann oft anders aus: Auch abseits von umgestürzten Christbäumen und angebrannten Gänsen herrscht in vielen Familien eine eher unweihnachtliche Stimmung. Nehmen Sie es gelassen: Meinungsverschiedenheiten und Konflikte sind in Familien ganz normal, auch zur Weihnachtszeit. Es gibt aber einige Tipps, die helfen können, das Fest der Feste friedlicher zu gestalten. Schenken Sie Ihren Kindern Zeit und Zuwendung, anstatt sie mit Geschenken zu überhäufen; gerade kleinere Kinder sind von zu vielen Packerln oft überfordert. Nicht alles muss perfekt sein: Ein Spaziergang oder ein gemeinsames Spiel trägt meist mehr zum familiären Weihnachtsfrieden bei als ein Vier-Sterne-Menü. Überlegen Sie vorher gemeinsam, wie Sie die Feiertage verbringen wollen, und beziehen Sie auch die Kinder in die Gestaltung mit ein. Und gerade wenn die Eltern getrennt leben, ist eine rechtzeitige Planung unumgänglich: spätestens jetzt sollte besprochen werden, wann die Kinder bei welchem Elternteil feiern bzw. die Ferien verbringen.

Elterntipp: Weihnachtsfrieden statt Kontaktrechtsstreit für Kinder getrennt lebender Eltern

Weihnachtsbaum mit brennender Kerze, Christbaumkugel im Hintergrund (Quelle:Denise Stinglmayr/Land ) .

Die stillste Zeit im Jahr – gerade in der Vorweihnachtszeit ist das Idealbild von Harmonie allgegenwärtig und kann überzogene Erwartungen auslösen. Leider sieht die Realität vielfach anders aus. Wenn Eltern sich getrennt haben, bringen die Weihnachtsfeiertage statt trauter Harmonie im Familienkreis oft erbitterte Konflikte um die Frage, bei welchem Elternteil das gemeinsame Kind den Heiligen Abend verbringt und wann und wie lange es in den Ferien den anderen Elternteil besuchen darf. Es sollte daher rechtzeitig eine Vereinbarung getroffen werden, bei wem das Kind am 24. Dezember feiert, und wann beim anderen Elternteil die Kerzen am Baum angezündet werden. 

zur Langversion des Elterntipps: Weihnachtsfrieden statt Kontaktrechtsstreit für Kinder getrennt lebernder Eltern 826,00 KB).

Elterntipp „Segnet den Vater, die Mutter, das Kind...“

Christbaumkugel (Quelle:Denise Stinglmayr/Land ) .

Weihnachten, das Fest der Liebe und der Familie: Süßer klingen die Glocken tatsächlich nie. Am Heiligen Abend versammeln sich Mutter, Vater und die Kinder unter dem geschmückten Baum, packen die Geschenke aus und genießen das Beisammensein. Ob in beliebten Geschichten, rührseligen Filmen oder in der Werbung: In der Weihnachtszeit wird überall das Ideal einer „intakten Familie“ beschworen. Das vermeintliche Idyll ständig vor Augen zu haben, macht es Kindern, deren Eltern nicht zusammen leben, oft noch schwerer, sich auf die Feiertage zu freuen. Gerade das erste Weihnachtsfest nach einer Trennung ist für alle Beteiligten oft mit einer emotionalen Achterbahnfahrt verbunden: Auch wenn die Zeit vor der Trennung durch die vielen Konflikte belastend war, vermissen die Kinder den getrennt lebenden Elternteil jetzt besonders. Sie wünschen sich auch oft, dass die Eltern trotzdem mit ihnen gemeinsam feiern. Das sollten Sie aber nur ins Auge fassen, wenn Sie ein sehr gutes Einvernehmen haben; bevor man einen Streit unterm Christbaum riskiert, ist es besser, getrennt zu feiern.

Gerade beim ersten Fest mit Mama oder Papa allein können sich unter Vorfreude und Aufregung auch Traurigkeit und Sehnsucht nach dem anderen Elternteil mischen. Ein Telefonat mit Mama oder Papa am Heiligen Abend kann dann helfen, die Wartezeit auf den nächsten Tag zu verkürzen. Wichtig ist es, rechtzeitig zu vereinbaren, wann bei welchem Elternteil gefeiert wird. Hier ist auch Flexibilität gefordert; Kinder freuen sich über das gemeinsame Feiern am Christtag genauso wie am Heiligen Abend.

 

In diesem Sinne wünscht die Kinder- und Jugendanwaltschaft Ihren Kindern und Ihnen ein frohes Weihnachtsfest!

Krisenhilfe - Notruf 0732/2177.
Rat auf Draht - Notruf 147. .
Elterntelefon der Telefonseelsorge.

Cyber-Mobbing

Junge sitzt verzweifelt am Boden (Quelle:Nadja Meister/KiJA OÖ) .

Das Internet wird leider oftmals zu einem Schauplatz von Mobbing-Attacken. Betroffene leiden darunter genauso wie unter „realem“ Mobbing, daher ist Cyber-Mobbing seit 1.1.2016 auch strafrechtlich verfolgbar! Sprechen Sie mit Ihrem Kind und nehmen Sie es ernst, wenn es von Kränkungen zB in der WhatsApp-Gruppe berichtet. Vermeiden Sie aber heimliche Handy-Kontrollen! Kompetente Hilfe bietet das Mobbing- und Gewaltpräventionsteam der KiJA OÖ.

Mobbing- und Gewaltprävention der KiJA.

Schule? Ich check das!"

Sujet der kija App: School Checker (Quelle:Cygnet) .

Mehrere Wochen ist das neue Schuljahr nun alt und langsam beginnt der Alltag wieder. Gerade für Schulanfänger ist das eine große Umstellung. Den ganzen Vormittag stillzusitzen und konzentriert zuzuhören kann sehr anstrengend sein. Am Nachmittag sollte daher nach der Hausübung für ausreichend Abwechslung gesorgt werden: Sport, spielen mit Freunden oder auch einfach mal nichts tun macht den Kopf wieder frei und fit für den nächsten Schultag. Aber nicht nur für die „Taferlklassler“ ist dieses Jahr vieles neu. Im Schulrecht gibt es zahlreiche Änderungen, die SchülerInnen aller Altersstufen betreffen, etwa das neue Fach „Digitale Grundbildung“ für NMS und Unterstufe, Geldstrafen fürs Schulschwänzen und ein absolutes Rauchverbot auf dem gesamten Schulgelände (auch für LehrerInnen!). Diese Infos und die Antworten auf viele weitere Fragen rund um Schule und Unterricht finden Sie in der frisch aktualisierten App „School Checker“. Die Kinder- und Jugendanwaltschaften Österreichs haben darin die wichtigsten schulrechtlichen Bestimmungen zusammengefasst und verständlich formuliert. Die App steht kostenlos im Google Play Store und bei iTunes zum Download zur Verfügung.

App downloaden.

„Ferien mit Mama und oder Papa... “

Mädchen steht zwischen den Eltern (Quelle: Image 100 Ltd./KiJA OÖ)

Endlich sind sie da, die langersehnten Ferien! Kinder und Eltern freuen sich auf Sommer, Sonne und unbeschwerte Tage als Ausgleich für das anstrengende Schuljahr. In manchen Familien ist heuer aber vielleicht vieles anders als sonst: statt den gemeinsamen Familienurlaub zu genießen, muss eine Regelung für die Aufteilung der Ferienzeit gefunden werden, weil die Eltern sich getrennt haben...

Der getrennt lebende Elternteil und die betroffenen Kinder haben das Recht auf regelmäßigen Kontakt, und die Urlaubszeit sollte natürlich auch genützt werden, um einmal mehr Zeit miteinander zu verbringen. Wie lange die Kinder in den Ferien beim anderen Elternteil bleiben sollen, ist nicht im Gesetz geregelt. Üblich sind etwa 2-3 Wochen, und das ist auch empfehlenswert, um die Beziehung zum getrennt lebenden Elternteil zu fördern.

Damit sich zwischen Badesee und Bergtour die erhoffte Entspannung einstellen kann, sollte man die Ferienbesuchszeit rechtzeitig planen. Auch wenn dabei Konflikte auftreten, sollten Sie versuchen, eine einvernehmliche Lösung zu finden; eine Mediation kann dabei helfen.

Elterntipp - Identitätsfindung "Das große Ich bin Ich..."

Mädchen mit Handy (Quelle:Nadja Meister/KiJA OÖ) .

Das große Ich bin Ich..."

Prinzessin oder Naturforscherin – Wissenschaftler oder Fußballstar? Wer bin ich? Wie will ich leben? Was ist mir wichtig – und was denken andere über mich? Fragen wie diese beschäftigen alle Kinder und Jugendlichen.

Die eigene Identität zu finden ist die wichtigste Entwicklungsaufgabe auf dem Weg zum Erwachsensein. Je unsicherer Jugendliche über den eigenen Platz im Leben sind, umso wichtiger werden die Meinung der Peer-Group, Vorbilder oder kulturelle Rahmenbedingungen. Die Zugehörigkeit zu einer Gruppe oder die Identifikation mit der eigenen Kultur kann Kinder und Jugendliche stärken und ihnen Halt geben. Andererseits steigt mit der Verunsicherung aber auch das Risiko, für negative Einflüsse anfällig zu werden. Kinder und Jugendliche mit wenig Selbstvertrauen können von fragwürdigen Schönheitsidealen oder radikalisierenden Strömungen leichter beeinflusst werden. Ein gesundes „Selbst-Bewusstsein“ ist die beste Voraussetzung dafür, unterscheiden zu können, was gut für mich ist und was nicht. Ermutigen Sie Ihre Kinder daher, ihre eigenen Stärken zu erkennen und an sich zu glauben.