Bereits zum vierten Mal ist der Entwurf zum "neuen" Bundes-Kinder- und Jugendhilfegesetz in der Warteschleife. Immer wieder wurde er mit dem Ziel der Kostenreduktion überarbeitet und scheiterte jedes Mal aufs Neue am Widerstand der Länder, eben wegen dieser Kosten. Es ist ein jämmerliches Feilschen auf dem Rücken der Kinder, bei dem die Verantwortung zwischen Bund und Ländern und innerhalb der Länder zwischen den verschiedenen Ressorts hin- und hergeschoben wird.
» Stellungnahme der Kinder- und JugendanwältInnen Österreichs
Acht verschiedene Freecards informieren Jugendliche über aktuelle Jugendschutz-Themen: Gesetze beschützen Kinder, Jugendliche besitzen Rechte, Delikte kosten Freiheit, Jugendliche lieben Sex, Jugendliche verdienen Geld, Jugend sucht Hilfe, Mobbing macht Gewalt und Eltern trennen Familie. Diese Freecards werden auf Workshops und diversen Veranstaltungen an Jugendliche ausgeteilt.
Trennung, Scheidung, Gewalt und Konflikte in der Familie sind auch für junge Menschen in Oberösterreich wichtige Themen. Aktuell dazu wurde unter fachlicher Anleitung der KiJA OÖ ein Musical der Gruppe Traumfänger und ein Theaterstück der Gruppe Theaterachse geschrieben. Die jahrelange Zusammenarbeit mit den SchauspielerInnen hat sich in der Arbeit der KiJA OÖ bewährt. Das Angebot im Rahme von KiJA on Tour richtet sich an Schulklassen. In Linz, Steyr und den Bezirken Linz-Land, Perg, Freistadt, Urfahr-Umgebung und Steyr-Land wurden diese Vorstellungen bereits von ca. 5.000 SchülerInnen besucht. Die KiJA OÖ ist weiterhin bis Schulschluss in den restlichen Bezirken "on Tour".
» Mehr Infos zur Tour 2011/12
Das Musiktheaterstück geht der Frage nach, wie sich Trennung und belastete Beziehungssituationen der Eltern für Kinder anfühlen und welche Perspektiven in dieser psychischen Notlage für Kinder aber auch ihre Eltern aufgebaut werden können. Das Stück greift das Motiv des Grimm´schen Märchens "Hänsel und Gretel" auf und verknüpft es in einem dramaturgischen Bogen mit dem Schicksal des Scheidungskindes Anna. Ganz in der Tradition des pädagogischen Leitbildes der Gruppe Traumfänger werden statt dem moralisierenden Zeigefinger Bilder gezeigt, die mit viel Musik, Spass und Einfühlsamkeit Kinder und Erwachsene ermutigen und ihre Lebenskompetenzen stärken wollen.
» Mehr Infos und Bildgalerie
Dieses Bühnentheaterstück behandelt das breite Spektrum der Konflikte pubertierender Jugendlicher und ihrer Eltern. Aufgezeigt werden 3 Beratungsfälle, welche exemplarisch die Probleme darstellen, mit denen die Jugendlichen konfrontiert sind. Ziel ist es zu sensibilisieren, Bewusstsein zu schaffen und Einblicke in die Befindlichkeiten der Jugendlichen aufzuzeigen ohne jedoch belehrend zu wirken. Vielmehr wird durch Einbeziehung möglichst authentischer Sprache und Musik der Jugendlichen Identifikation ermöglicht. Es werden aktuelle Probleme und Konflikte dargestellt und Wege zur Lösung aufgezeigt.
» Mehr Infos und Bildgalerie
Die österreichische Bundesregierung ist gemäß Art. 44 der UN-Kinderrechtskonvention dazu verpflichtet, alle fünf Jahre einen Staatenbericht zur Situation der Kinderrechte in Österreich an die Vereinten Nationen zu übermitteln. Bezugnehmend darauf verfassten das Netzwerk Kinderrechte und die kijas Österreich ergänzende Berichte. Im Gegensatz zum Staatenbericht, worin die Regierung feststellt, dass die Kinderrechte in Österreich "im Wesentlichen bereits gewährleistet sind", sind im Schattenbericht zahlreiche Versäumnisse aufgezählt, welche im Anhang nachgelesen werden können.
Das Österreichische Institut für Familienforschung (ÖIF) hat einen Online-Fragebogen veröffentlicht und hofft auf zahlreiche Rückmeldungen.
Hier gehts zum Fragebogen
Die erschreckenden Erfahrungsberichte vieler Opfer von Gewalt in kirchlichen und staatlichen Einrichtungen waren Anlass für eine beim Familienministerium angesiedelte ExpertInnen-Arbeitsgruppe, um auf Basis der UN-Kinderrechtskonvention einen verbindlichen Leitfaden für sozial-/pädagogische Einrichtungen zu erstellen. Ziel ist, aus den Fehlern de Vergangenheit lernend und aufbauend auf aktuellen Erkenntnissen, die Rechte von Kindern und Jugendlichen in Fremdpflege zu stärken und besser zu gewährleisten.
» Presseaussendung der Kinder- und Jugendanwaltschaften Österreichs
Die theaterpädagogische Peergroup der KiJA OÖ bietet die Möglichkeit, Situationen des Alltags zu spielen und neue Lösungen auf der Bühne auszuprobieren. Mut und Lust am Widerstand gegen Mobbing und Gewalt werden gestärkt. Der Anmeldung geht ein gemeinsames Gespräch zwischen den Eltern, den Jugendlichen und den TrainerInnen voraus.
Leitung: Mag.a Barbara Pfaffenwimmer MSc; Trainerin und Beraterin der Mobbing- und Gewaltpräventionsstelle
» Mobbing- und Gewaltpräventionsstelle
Die Ergebnisse der vom Institut für Familienforschung (ÖIF) durchgeführten und vom Bundesministerium für Wirtschaft, Familie und Jugend geförderten "Gewaltprävalenz-Studie 2011", der ersten umfassenden, repräsentativen Untersuchung zum tatsächlichen Gewaltvorkommen in der Alltagswirklichkeit der in Österreich lebenden Menschen, wurden im Rahmen einer Enquete vorgestellt und stehen nun als Download zu Verfügung.
Gewaltprävalenzstudie zum Downloaden
Seit Jahren ist oberösterreichweit die KiJA Mobbing- und Gewaltpräventionsstelle mit eigens entwickelten Programmen verstärkt im Bereich der Gewaltprävention tätig. Mit dem Schuljahr 2011/12 wird das Angebot der Präventionsstelle, das sich in den letzten Jahren systematisch weiterentwickelt hat, um einen bedeutenden Schritt ergänzt und vorgestellt: um ein gewaltpräventive Gesamtangebot für Schulen, das die SchulleiterInnen, die SchülerInnen, die LehrerInnen und die Eltern einbezieht. Ein vom Land Oberösterreich zertifiziertes Gewaltpräventionspaket, das alle sozialen Ebenen des Systems Schule erreicht.
» Information zur Pressekonferenz vom 26.09.2011
Die Kinder- und Jugendanwaltschaften Österreichs stellten in Zusammenarbeit mit den Österreichischen Lotterien als wichtige Maßnahme für den Jugendschutz einen Aufkleber mit dem eindeutigen Hinweis "Kein Verkauf von Lotterieprodukten an Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren" vor. Dieser wurde im Rahmen eines Responsible Gaming Informationsschwerpunktes allen Annahme- und Vertriebsstellen der Österreichischen Lotterien zur Verfügung gestellt, die in weiterer Folge den Kleber in ihren Verkaufsräumen gut sichtbar anbrachten.
» Presseinformation der kijas Österreichs vom 12.09.2011
Viele Kinder und Jugendliche surfen oftmals sorglos im Internet und klicken manchmal "kostenlose" Angebote an. Tage später flattern Rechnungen, Mahnungen, etc. per E-Mail oder Post ins Haus. Diese Probleme können mit dem Linkscanner WOT (Web of Trust) vermieden werden.
Zum Downloaden
Seit Jänner 2011 ist per Beschluss des Nationalrates eine kleine Auswahl der Kinderrechte in den Verfassungsrang gerückt. Die Kinder- und JugendanwältInnen Österreichs trafen Ende März 2011 in Salzburg zusammen, um Strategien zu erarbeiten, wie aus der veränderten Gesetzeslage auch reale Verbesserungen für die Lebenswelt der Kinder und Jugendlichen erwachsen können. Die formulierten Forderungen der kija in den Bereichen Gewaltschutz, Rechte für fremduntergebrachte Kinder und Jugendliche und Recht auf Kontakt zu beiden Eltern werden durch das neue Verfassungsgesetz zusätzlich unterstrichen.
» Presseinformation der kijas Österreich
Eine Protestwelle zahlreicher NGOs und Einzelpersonen gegen die Inhaftierung von Kindern in Schubhaft- oder Anhaltezentren wurde vom österreichischen Innenministerium offensichtlich völlig missverstanden. Das zeigte sich deutlich am Entwurf zur Novellierung des Asylgesetzes, welcher den Kinder- und Jugendanwaltschaften Österreichs vorlag. Dieser stellte in § 79 Absatz 5 AsylwerberInnen oder Fremde mit minderjährigen Kindern vor eine unwürdige Entscheidung. Per Unterschrift sollen die Eltern darüber entscheiden, ob ihre Kinder im Fall einer Schubhaft mit ihnen "angehalten" werden, oder ob die Obsorge für die Dauer der Schubhaft auf die örtlichen Jugendwohlfahrtsträger übertragen wird und die Kinder getrennt von den Eltern in Heimen o.ä. untergebracht werden.
» Presseinformation der kijas Österreich vom 03.02.2011
Am 20.01.2011 wurden vom Nationalrat die Aufnahme von Teilen der Kinderrechtskonvention beschlossen - leider nur 8 von 54 Artikeln, etwa ein Rechtsanspruch auf gewaltfreie Erziehung, altersgerechte Mitspracherechte sowie ein Verbot von Kinderarbeit. Wichtige Rechte wie zum Beispiel das Recht auf Bildung, Gesundheit und Freizeit - aber auch der Schutz von Flüchtlings- und Migrantenkindern wurden nicht berücksichtigt.
» Netzwerk Kinderrechte: "Kinderrechte in Verfassung"
Das Recht auf Spiel und Freizeit ist ein eigenständiges, menschenrechtlich geschütztes Gut von besonderem Wert für Kinder: Spielen und "Spaß haben" sind nicht bloß "Zeitvertreib", sondern essentiell für die Entwicklun des Kindes. Es wird gehofft, dass dieses richtungsweisende Signal aus Oberösterreich Nachahmung in den anderen Bundesländern und auch auf Bundesebene findet.
» Presseinformation der KiJA OÖ zu diesem Thema vom 31.08.2011
