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UN-Konvention über die Rechte des Kindes (Kinderrechtskonvention)

KiJA OÖ/Nadja Meister

Die Kinderrechtskonvention besteht aus 54 Artikeln, darin werden allen Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren grundlegende politische, soziale, ökonomische, kulturelle und bürgerliche Rechte zugesichert, beispielsweise das Recht auf Gesundheit, das Recht auf Bildung, das Recht auf Schutz vor Gewalt oder das Recht auf Kontakt zu beiden Eltern.

 

Die Kinderrechtskonvention basiert auf vier Grundprinzipien:

  1. Diskriminierungsverbot. Alle Kinder haben die gleichen Rechte. Kein Kind darf benachteiligt werden.
  2. Kindeswohl. Bei Entscheidungen, die Kinder betreffen, hat das Kindeswohl Vorrang.
  3. Entwicklung. Alle Kinder haben ein Recht auf Leben, Existenzsicherung und bestmögliche Entfaltungsmöglichkeiten.
  4. Beteiligung. Kindern muss das Recht zugesichert werden, bei Entscheidungen, die sie selbst betreffen, ihre Meinung frei zu äußern.

Alle Kinder sind gleich, es gibt keine gleicheren

Kinder türkischer oder bosnischer Eltern haben also dieselben Rechte wie Kinder österreichischer Eltern. Kein Kind darf benachteiligt werden, weil es eine andere Hautfarbe hat als andere Kinder, weil es ein Mädchen ist und nicht ein Junge.

 

Jeder Mensch hat das Recht, seine Eigene Meinung zu sagen, auch wir Kinder

Die Gedanken der Kinder sind frei, und wir dürfen sie auch äußern. Natürlich gibt es viele Dinge, über die haben Erwachsene eine ganz andere Meinung als Kinder. Auch dann sollen die Erwachsenen zuhören, wenn die Kinder sagen, was sie meinen. 

 

Kinder und Jugendliche tun sich gerne mit anderen ihres Alters zusammen

Sie wollen untereinander ihre Meinung austauschen und auch in der Öffentlichkeit zeigen, was sie denken, fühlen oder meinen. Solche Erlebnisse in Gruppen, Vereinen, bei Kinder- und Jugendorganisationen sind für Kinder und Jugendliche wichtig. 

 

Wie die Erwachsenen haben auch Kinder das Recht auf ein Privatleben

Niemand darf heimlich in den Sachen eines Kindes stöbern, seine Tagebücher oder Briefe lesen. Niemand darf einem Kind hinterrücks irgendwelche Schlechtigkeiten nachsagen. Auch Ruf und Ehre der Kinder werden von der Kinderrechtskonvention geschützt.

 

Kinder sind neugierig

Deshalb sollen die Medien (Radio, Fernsehen, Zeitungen) nicht nur auf die Interessen der Erwachsenen eingehen, sondern auch gutes Programm für Kinder und Jugendliche machen. Kinder- und Jugendzeitschriften sollen gefördert werden.

 

Kinder müssen geschützt werden

Es kommt vor, dass Kinder von ihren Eltern oder anderen Personen vernachlässigt, gequält, misshandelt oder sexuell missbraucht werden. Diese Kinder brauchen besonderen Schutz und Unterstützung. Beratungsstellen helfen weiter: den Familien und den Kindern.

 

Behinderte Kinder sollen keine Außenseiter sein

Sie sollen aufwachsen können wie die meisten anderen Kinder auch. So kann ihnen geholfen werden, später einmal selbständig zu leben und einen Beruf auszuüben, der ihren Fähigkeiten entspricht.

 

Kinder sollen gesund aufwachsen können

Die Regierungen müssen sicherstellen, dass alle Kinder die notwendige ärztliche Hilfe und Gesundheitsfürsorge erhalten. Auch Unterernährung in den ärmeren Ländern muss bekämpft werden.

 

Kinder wollen lernen

Sie haben ein Recht darauf, alles zu lernen, was sie lernen wollen und was sie lernen können. Die Kinder sollen auch gerne zur Schule gehen. Die Lehrerinnen und Lehrer sollen alles tun, damit die Kinder Freude am Unterricht haben.

 

Kinder wollen spielen

Die Städte und Gemeinden müssen dafür sorgen, daß genügend Spielplätze und Jugendtreffs gebaut werden. Kinder wollen Musik hören, Musik machen, Filme sehen, Filme machen, ins Theater gehen und vieles andere mehr. Die Städte und Gemeinden müssen dafür sorgen, daß sich Kinder und Jugendliche an einem vielfältigen und interessanten Kulturprogramm beteiligen können.

 

Kinder müssen vor Ausbeutung geschützt werden

Es gibt immer noch viele Kinder, die den ganzen Tag wie Erwachsene arbeiten müssen. Die Regierungen müssen bestimmen, ab welchem Alter ein Kind arbeiten darf, wie lange es arbeiten darf und welche Arbeit es tun darf.

 

Kinder dürfen nicht gefoltert werden

Jede grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung von Kindern ist verboten. Alle Menschen sind aufgerufen, sich für die Einhaltung der Menschen- und Kinderrechte einzusetzen.

Österreich hat die Kinderrechtekonvention im September 1992 unterzeichnet. In Oberösterreich ist sie auch in der Landesverfassung verankert. 

 

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