Logo: Kinder- & Jugendanwaltschaft OÖ

Kinder- & Jugendanwaltschaft

Kärntnerstraße 10, 2041 Linz
Telefon: (+43 732) 77 20-140 01
Fax: (+43 732) 77 20-140 07
E-Mail: kija@ooe.gv.at
 

Elterntipps

Elterntipp „Segnet den Vater, die Mutter, das Kind...“

Land OÖ/Denise Stinglmayr

Weihnachten, das Fest der Liebe und der Familie: Süßer klingen die Glocken tatsächlich nie. Am Heiligen Abend versammeln sich Mutter, Vater und die Kinder unter dem geschmückten Baum, packen die Geschenke aus und genießen das Beisammensein. Ob in beliebten Geschichten, rührseligen Filmen oder in der Werbung: In der Weihnachtszeit wird überall das Ideal einer „intakten Familie“ beschworen. Das vermeintliche Idyll ständig vor Augen zu haben, macht es Kindern, deren Eltern nicht zusammen leben, oft noch schwerer, sich auf die Feiertage zu freuen. Gerade das erste Weihnachtsfest nach einer Trennung ist für alle Beteiligten oft mit einer emotionalen Achterbahnfahrt verbunden: Auch wenn die Zeit vor der Trennung durch die vielen Konflikte belastend war, vermissen die Kinder den getrennt lebenden Elternteil jetzt besonders. Sie wünschen sich auch oft, dass die Eltern trotzdem mit ihnen gemeinsam feiern. Das sollten Sie aber nur ins Auge fassen, wenn Sie ein sehr gutes Einvernehmen haben; bevor man einen Streit unterm Christbaum riskiert, ist es besser, getrennt zu feiern.

Gerade beim ersten Fest mit Mama oder Papa allein können sich unter Vorfreude und Aufregung auch Traurigkeit und Sehnsucht nach dem anderen Elternteil mischen. Ein Telefonat mit Mama oder Papa am Heiligen Abend kann dann helfen, die Wartezeit auf den nächsten Tag zu verkürzen. Wichtig ist es, rechtzeitig zu vereinbaren, wann bei welchem Elternteil gefeiert wird. Hier ist auch Flexibilität gefordert; Kinder freuen sich über das gemeinsame Feiern am Christtag genauso wie am Heiligen Abend.

 

In diesem Sinne wünscht die Kinder- und Jugendanwaltschaft Ihren Kindern und Ihnen ein frohes Weihnachtsfest!

Krisenhilfe - Notruf 0732/2177.
Rat auf Draht - Notruf 147. .
Elterntelefon der Telefonseelsorge.

„Ferien mit Mama und oder Papa... “

Kind zwischen ihren Eltern (Foto: KiJA OÖ)

Endlich sind sie da, die langersehnten Ferien! Kinder und Eltern freuen sich auf Sommer, Sonne und unbeschwerte Tage als Ausgleich für das anstrengende Schuljahr. In manchen Familien ist heuer aber vielleicht vieles anders als sonst: statt den gemeinsamen Familienurlaub zu genießen, muss eine Regelung für die Aufteilung der Ferienzeit gefunden werden, weil die Eltern sich getrennt haben...

Der getrennt lebende Elternteil und die betroffenen Kinder haben das Recht auf regelmäßigen Kontakt, und die Urlaubszeit sollte natürlich auch genützt werden, um einmal mehr Zeit miteinander zu verbringen. Wie lange die Kinder in den Ferien beim anderen Elternteil bleiben sollen, ist nicht im Gesetz geregelt. Üblich sind etwa 2-3 Wochen, und das ist auch empfehlenswert, um die Beziehung zum getrennt lebenden Elternteil zu fördern.

Damit sich zwischen Badesee und Bergtour die erhoffte Entspannung einstellen kann, sollte man die Ferienbesuchszeit rechtzeitig planen. Auch wenn dabei Konflikte auftreten, sollten Sie versuchen, eine einvernehmliche Lösung zu finden; eine Mediation kann dabei helfen.

Elterntipp - Identitätsfindung "Das große Ich bin Ich..."

denys kuvaiev/Fotolia.com

Das große Ich bin Ich..."

Prinzessin oder Naturforscherin – Wissenschaftler oder Fußballstar? Wer bin ich? Wie will ich leben? Was ist mir wichtig – und was denken andere über mich? Fragen wie diese beschäftigen alle Kinder und Jugendlichen.

Die eigene Identität zu finden ist die wichtigste Entwicklungsaufgabe auf dem Weg zum Erwachsensein. Je unsicherer Jugendliche über den eigenen Platz im Leben sind, umso wichtiger werden die Meinung der Peer-Group, Vorbilder oder kulturelle Rahmenbedingungen. Die Zugehörigkeit zu einer Gruppe oder die Identifikation mit der eigenen Kultur kann Kinder und Jugendliche stärken und ihnen Halt geben. Andererseits steigt mit der Verunsicherung aber auch das Risiko, für negative Einflüsse anfällig zu werden. Kinder und Jugendliche mit wenig Selbstvertrauen können von fragwürdigen Schönheitsidealen oder radikalisierenden Strömungen leichter beeinflusst werden. Ein gesundes „Selbst-Bewusstsein“ ist die beste Voraussetzung dafür, unterscheiden zu können, was gut für mich ist und was nicht. Ermutigen Sie Ihre Kinder daher, ihre eigenen Stärken zu erkennen und an sich zu glauben.