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Gesetzliche, personelle & finanzielle Maßnahmen gegen Kindesmissbrauch
Die strafrechtliche Verfolgung der Täter alleine reicht nicht aus. Die Statistik zeigt, dass jährlich nur rund 700 Straftaten zur Anzeige gebracht werden, wobei die Dunkelziffer diese Zahl um ein Vielfaches übertrifft. Zur Verurteilung kommt es im Jahresschnitt bei gerade einmal 200 Fällen. Die Kinder- und Jugendanwaltschaften forsieren daher folgende Maßnahmen:

- Prävention: In allen Bereichen, in welchen Kinder und Erwachsene zusammentreffen (Schule, Kindergarten, Hort, Turnverein, Jugendzentrum, etc.), müssen Kurse zum Thema sexuelle Gewalt zum verpflichenden Bestandteil der Fortbildungen für Erwachsene werden. Kinder und Jugendliche müssen dazu ermutigt werden, Grenzen zu setzen. Außerdem müssen externe Vertrauenspersonen eingesetzt werden, an die sich Betroffene unmittelbar wenden können.

- Strafrechtliche Reformen: In den vergangenen Jahren konnten für Opfer sexuellen Missbrauchs Verbesserungen erkämpft werden, die verhindern sollen, dass Opfer am Gericht sekundärviktimisiert werden. So gibt es mittlerweile einen Rechtsanspruch auf Prozessbegleitung. Dieser Anspruch darf nicht durch finanzielle Engpässe untergraben werden.

- Täterarbeit: Im Bereich der Sexualdelikte gibt es hohe Rückfallquoten. Durch spezielle Therapieprogramme können Verhaltensänderungen bewirkt werden, diese Therapien dienen dem Schutz der Kinder.

Das Ziel aller Maßnahmen muss sein, dass vorherrschende Klima der Angst und Scham durch eine Kultur der Offenheit zu ersetzen. Die Beziehung der Kinder zu ihren Eltern, LehrerInnen muss auf Vertrauen basieren, sodass auch "böse Geheimnisse" angesprochen werden können.

Presseaussendung der Kinder- und JugendanwältInnen Österreichs vom 25.03.2010:
Download>> 

Publikationen:
- Broschüre "Sexuelle Gewalt an Kindern und Jugendlichen"
Information, Hilfsangebote, Prävention
- Broschüre "Sexueller Kindesmissbrauch - Erkennen - Verstehen - Vorbeugen" 
Fachliche Information für PädagogInnen, SozialarbeiterInnen, ÄrztInnen und MitarbeiterInnen in Beratungseinrichtungen
Hier kostenlos bestellen: http://www.kija-ooe.at/Infomaterial.php

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