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KiJA-Fachtagung "Wer steht mir bei?": Breite Zustimmung für "Kinderbeistand"

Kind zwischen ihren Eltern (Foto: KiJA OÖ)

Am 26. November 2012 fand im Redoutensaal die diesjährige Fachtagung der KiJA zum Thema "Kinderbeistand zur Entlastung von Kindern in stürmischen Zeiten" statt. Die anwesenden ExpertInnen waren sich einig: ein Kinderbeistand ist eine wertvolle Unterstützung für Kinder in Obsorge- und Besuchsrechtsverfahren.

Schätzungsweise 5.000 - 6.000 Kinder (inkl. der Kinder aus nichtehelichen Partnerschaften) sind in Oberösterreich jährlich von der Scheidung oder Trennung ihrer Eltern betroffen. In vielen Fällen folgen oft strittige Obsorge- und Besuchsrechtsverfahren, die für die Kinder oft eine erhebliche Belastung darstellen. Ihre Eltern sind in dieser Situation oft nicht in der Lage, die Bedürfnisse ihrer Kinder wahrzunehmen und zu berücksichtigen. Um diesen Kindern vor Gericht eine Stimme zu geben und den Rücken zu stärken, ist seit Juli 2010 die Bestellung eines Kinderbeistandes (§ 104a Außerstreitgesetz) möglich

Ziel der von der KiJA veranstalteten Tagung war es, das Institut des Kinderbeistandes einer breiteren Fachöffentlichkeit vorzustellen, alle beteiligten Berufsgruppen für die Bedürfnisse der Kinder zu sensibilisieren und professionelle Kooperationen zu verbessern. Die oberösterreichische Kinder- und Jugendanwältin Mag.a Christine Winkler-Kirchberger, OLG-Präsident Dr. Johannes Payrhuber und Landeshauptmann-Stv. Josef Ackerl konnten schließlich 130 interessierte TagungsteilnehmerInnen begrüßen. Im Publikum fanden sich FamilienrichterInnen und AnwältInnen ebenso wie MitarbeiterInnen der öffentlichen Jugendwohlfahrt, zahlreiche Kinderbeistände und MitarbeiterInnen von Beratungs- und Betreuungseinrichtungen, sowie auch LehrerInnen, denen eine wichtige Multiplikatorenrolle zukommt

Neben fachlichen Inputs - von Psychoanalytiker und Erziehungswissenschafter Univ.Doz. Dr. Helmuth Figdor, der für die Ausbildung der Kinderbeistände verantworlich ist, sowie von der Rechtswissenschafterin Dr.in Astrid Deixler-Hübner, die die juristischen Rahmenbedingungen erläuterte - kam auch der künstlerische Zugang nicht zu kurz: die Traumfänger entführten das Publikum mit "Anna und der Wolf" in den Märchenwald. Dieses Musiktheaterstück, das unter fachlicher Anleitung der KiJA entwickelt wurde, zeigt, wie Kinder die Trennung der Eltern erleben, und auch im Rahmen der Fachtagung war eine Klasse der HS der Franziskanerinnen (Brucknerschule) zu Gast

Bei der abschließenden Diskussion hatte das Publikum Gelegenheit, Fragen an die ExpertInnen auf dem Podium zu richten. Univ.Doz. Dr. Helmuth Figdor, die FamilienrichterInnen Mag.a Sabine Wimberger und Mag. Franz Heilmann, die Rechtsanwältin Mag.a Eva Huber-Stockinger, Frau DSA Gisela Mühlbachler, leitende Sozialarbeiterin der BH Urfahr-Umgebung, die zwei Kinderbeistände Frau Andrea Kloibhofer und Dr. Markus Humer, sowie Mag.a Astrid Egger von der KiJA erläuterten verschiedene Aspekte des Kinderbeistandes aus ihrem jeweiligen fachlichen Blickwinkel. Mag.a Wimberger und Mag. Heilmann berichteten von posiviten Erfahrungen mit Kinderbeiständen in Pflegschaftsverfahren, und ermunterten ihre anwesenden KollegInnen, vermehrt Kinderbeistände zu bestellen.

Programm 168,05 KB).

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